Einige Intimitäten
Beier & Zauner, das sind: ein Mann und eine Frau.
Die Frau heißt Beier und war einmal Keramikerin. Der Kollege schätzt sie wegen ihrer schauspielerischen Vielfalt, Präsenz und Ausstrahlung. Mit einem Wort: Frau Beier ist mit Abstand die liebste Kollegin! Nebenbei zieht sie ihren Sohn Max groß und kümmert sich also intensiv um den Kabarettnachwuchs.
Zauner, den es ein Leben lang geärgert hat, wegen des dummen Zetts stets erst am Ende genannt zu werden, wollte eigentlich Pfarrer werden. Da man ihn aber bislang erfolgreich verhindert hat, Predigten zu verfassen, schreibt er Stücke, Szenen, und Lieder meistens mit Musik. Während seiner alljährlichen Exerzitien im Kloster Ettal lässt er sich inspirieren.
Zauner muß immer die schmierigen Rollen spielen. Dafür kann er aber nichts.

 

Frau Beier über Herrn Zauner
Was Beier an Zauner nicht mag:
Dass Zauner auf Tournee immer Heimweh kriegt
(und zwar schon in Pasing),
dass er immer häßliche Schuhe trägt,
dass er dauernd Abmagerungskuren macht,
dass er so bürokratisch ist.

Was Beier an Zauner mag:
Dass er soviel Schnaps verträgt,
dass er mir so tolle Texte schreibt,
dass er soviel isst,
dass er immer weiß, wo alles ist, außer,
er weiß es mal nicht - aber dann bin ich schuld.

 

Herr Zauner über Frau Beier
Was Zauner an Beier nicht mag:
Dass sie sich so oft umziehen muss,
dass sie 49 Paar Schuhe hat,
dass sie so schlampig ist,
dass sie den Rhythmus nicht gerade erfunden hat,
dass sie öfter Blumen bekommt als Zauner,
dass ihr Telefon ständig besetzt ist,
dass sie immer Recht haben muss.

Was Zauner an Beier mag:
Dass sie ihm Mut macht,
dass sie meist einen gewissen Überblick hat,
dass sie oft recht hat,
dass sie ihn soviel ärgert,
dass sie seine Texte so toll spielt,
dass sie seine Kollegin ist.

 

Achtung!
Hier beantworten wir die wichtigsten Fragen, die uns seit 28 Jahren immer wieder gestellt werden:

- Sind Sie verheiratet?
Nein. Unsere Bissigkeiten, Böswilligkeiten, Scheinheiligkeiten, Zwangsläufigkeiten, Belanglosigkeiten, Dämlichkeiten aus dem Leben, Streben und Beben zu zweit sind rein platonisch.

- Von wem sind ihre gemeinsamen Kinder?
Nicht von uns. Neben der Bühne gibt es für uns weitere Austragungsorte der alltäglichen Zweisamkeit.

- Können Sie vom Kabarett leben?
Ohne Kabarett können wir jedenfalls nicht leben.

- Kann man sie auch im Fernsehen sehen?
Wenn sie unsere Erzählungen vom gegenseitigen Abschlachten, vom gefräßigen ehelichen Kannibalismus, kurz von allem, was Mann und Frau so zusammenhält, tatsächlich in ihr gemütliches Wohnzimmer holen wollen, sind wir auch dazu gerne bereit.

- Wie lange machen sie das noch?
Bis das der Tod uns scheidet. Denn die Lust stirbt zuletzt … gefolgt von der Hoffnung.

 


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